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24.Sep.2014 - Das Dominalgutschloss Uhlstädt

Ein Dominalgut ist ein Staatsgut, das Dominalgutsschloss das Herrenhaus des Staatsgutes, soweit es sich bei diesem um ein Schloss handelt. Die Bezeichnung „Dominalgutsschloss“ für das Uhlstädter Herrenhaus entstammt alten Bauunterlagen aus dem 19. Jahrhundert, die im Thüringer Staatsarchiv Altenburg lagern. Nach diesen Unterlagen befanden sich im Erdgeschoss des Hauptgebäudes die Gesinderäume und die Küche, in den Obergeschossen die Herrschaftsräume. Das mittlere Gebäude beherbergte Stallungen, das dritte war Scheune und Gästeremise.

Das Uhlstädter Dominalgut war ehemals ein Rittergut, dessen älteste Besitzer, die Herren „von Olstete“ (sie hatten sich nach dem Ort benannt), 1225 erstmals urkundlich bezeugt sind. Sie gehörten zu den Vasallen der Grafen von Orlamünde. Mitte des 15. Jahrhunderts erlosch das Geschlecht derer „von Olstete“. 1492 besaßen die Brüder Bernhard und Melchior von Kochberg, die nächsten Verwandten derer von Olstete, das Dorf Uhlstädt mit seinem „freien Hofe“. Im Jahre 1529 wurde das Rittergut in den „Oberhof“ und den „Unterhof“ geteilt. Georg von Kochberg war der erste Besitzer des Oberhofes. Das spätere Dominalgutsschloss, jetzt Sitz der Gemeindeverwaltung, gehörte zum Unterhof. 1701 wurden beide Höfe durch den Sachsen-Gotha-Altenburgischen Floßoberaufseher Friedrich Ludwig von Hünefeld wieder vereinigt und 1718 von Ludwig von Schwarzenfels erworben. Am 20. Februar 1855 starb Geheimrat Ernst Friedrich Philipp von Schwarzenfels in Altenburg. Das Rittergut Uhlstädt ging auf seinen Adoptivsohn Alexander Wolfgang von Schwarzenfels, gen. Rothkirsch von Trach, über, der es 1856 nebst dem Vorwerk Partschefeld für 70.280 Thaler an den Herzoglichen Domänenfiskus von Sachsen-Altenburg, also den Staat, verkaufte. Damit wurde aus dem Rittergut ein Dominalgut. Bis zum 1. Weltkrieg war das ehemalige Gutsschloss Sitz des Herzoglichen Forstamtes.

Mit der Gründung des Freistaates Thüringen im Jahr 1920 ging der gesamte Besitz an diesen über. In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg wurde die an der Westseite stehende Scheune und Remise des Hofes zu einem Wohnhaus umgebaut. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes wurden das Bürgermeisteramt, die Gemeindekasse und die Sparkasse untergebracht. Im ersten Obergeschoss wurden Berufsschulräume eingerichtet, im Erdgeschoss des Mittelgebäudes ein öffentliches Bad. 1925 übereignete das Land Grundstück und Gebäude des ehemaligen Dominalgutes der Gemeinde Uhlstädt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden auch die Räume des ersten Obergeschosses des Hauptgebäudes von der Gemeindeverwaltung genutzt. Alle übrigen Räume wurden als Wohnungen vermietet. Der ehemals im ersten Obergeschoss des Hauptgebäudes vorhandene Fest- , später Sitzungssaal, verschwand in den 1970er Jahren im Rahmen der Umgestaltung der Verwaltungsräume. Uhlstädt war Sitz des Gemeindeverbandes geworden. Heute beherbergt der unter Denkmalschutz stehende und in den letzten Jahren mit Fördermitteln saniert Gebäudekomplex die Verwaltung der 2002 neu gegründeten Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel einschließlich Trauraum und Archiv sowie einige Mietwohnungen.