20.Nov.2014 - Vorstellung der Projektarbeit im Jugendhilfeausschuss

Vier Teilnehmerinnen an den Projekten „HIGH FIVE 4 EUROPE“ und „Werte.Zusammen.Leben“ aus Uhlstädt, sowie weitere Jugendliche aus den anderen Planungsräumen der Mobilen Jugendarbeit besuchten am 17.11.2014 den Jugendhilfeausschuss des Landkreises zu seiner 3. Sitzung, in der auch die Vorstellung der Projektarbeit im Jugendclub Uhlstädt ein Tagesordnungspunkt war. In dieser Sitzung wurde der Bericht zum Abschluss der externen Begleitung des Prozesses „Weiterentwicklung von Angeboten der Jugendarbeit im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in den kommenden 10 Jahren“ behandelt. Der Vorsitzende und die Mitglieder des Ausschusses lobten die zahlreichen Aktivitäten, die von der Mobilen Jugendarbeiterin vorgestellt und in einem kurzen Video zum Werteprojekt gezeigt wurden. Die Jugendhilfeplanerin des Jugendamtes bezog sich in ihren Erläuterungen zum 64-seitigem Dokument des o.g. Prozess auch auf die Ausführungen zur Kinder- und Jugendarbeit in Uhlstädt. Die Ausführungen der Mobilen Jugendarbeiterin zur Projektarbeit können im folgenden Text nachgelesen werden.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Mitglieder des Jugendhilfeausschusses, sehr geehrte Gäste,

zuerst möchte ich mich, auch im Namen meiner Mitarbeiter aus der Mobilen Jugendarbeit dafür bedanken, dass ich an dieser Stelle an aktuellen Beispielen unsere Arbeit im ländlichen Raum vorstellen kann. Ich arbeite in der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel, in der es momentan 11 Jugendclubs gibt, die alle von Jugendlichen des jeweiligen Ortsteiles durch einen gewählten Clubrat selbst verwaltet werden. Im JC Uhlstädt gibt es zudem seit zwei Jahren eine Nutzergruppe, die inzwischen 12 bis 16 Jahre jung ist. Durch unser Politikprojekt „high five for europe“, wurde der Besuch dieser Sitzung schon im März geplant. Bei den Absprachen dazu kam uns die Idee, die Info-Stände nochmal aufzubauen, die wir während einer öffentlichen Präsentation des Bürgerprojektes „Entdeckerpfad Saalleiten“ in Oberkrossen, nahe Uhlstädt am 25. Oktober vor 300 Gästen präsentierten. Auch Sie hatten bzw. haben noch die Gelegenheit, an den Ständen im Saal, an der Infowand oder durch ein kurzes Video über Werte von unseren Projekten etwas zu erfahren.

Die in den Saaleiten angelegte Geocaching-Tour für den Entdeckerpfad Saalleiten entstand durch die Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner der Stiftung „Jugend bleibt in Thüringen“. Ebenfalls machten wir uns in den Herbstferien mit diesem Kooperationspartner auf den Weg, um schon zum 3. Mal auf Streuobstwiesen der Gemeinde alte Apfelsorten kennen zu lernen. Wir ernteten die Äpfel von den Bäumen, haben das Fallobst aufgelesen und das Mosten kennengelernt. Eine Kostprobe von der diesjährigen Ernte haben wir ja für Sie mitgebracht. Durch die Unterstützung von Christian Schröter, Projektmanager der bereits zwei mal genannten Stiftung ist es gelungen, die Kinder und Jugendlichen und auch uns immer wieder zu ermutigten, Veranstaltungen und Aktionen zu machen, die sich mit den Traditionen und Werten in unserer unmittelbaren Umgebung beschäftigen. Da das Thema Werte so umfangreich und vielfältig ist, haben wir dieses Jahr sogar an zwei Stellen im ländlichen Raum und zwar sehr erfolgreich mit Kindern und Jugendlichen dazu gearbeitet. Im Video bekommen sie einen kurzen Überblick über selbst organisierte Aktionen bzw. von Veranstaltungen, die für den Austausch zum Verständnis über Werte mit verschiedenen Generationen und Gruppen genutzt wurden. Den Wert der Nachhaltigkeit thematisierten Jugendliche zusammen mit Stephan Hehl im Planungsraum 6, Saalfelder Höhe und Mittleres Schwarzatal. Dort wurden auch verschiedenste Aktionen durchgeführt. Auf spielerische Art und Weise sollten in einem Siedlerspiel besonders jüngere Leute erreicht werden und mit älteren Personen kamen die Projektteilnehmer bei Veranstaltungen ins Gespräch, weil sie an einem Stand Flyer, Aufkleber und Samentütchen vom Kooperationspartner des Projektes, Bingernheimer Saatgut, verteilten. Gern können Sie sich dazu an unserem Stand noch weiter informieren und auch Flyer und Samentütchen mitzunehmen.

Nach diesen erklärenden Worten zu den Ständen möchte ich noch zu mir sehr wichtigen Informationen kommen, über die Sie mit uns Mobilen Jugendarbeitern jeder Zeit gern beraten können oder die Sie in zukünftige Entscheidungen einbeziehen sollten.

Einige an den Projekten beteiligten Kinder und Jugendlichen, die sich seit zwei Jahren mittwochs im Jugendclub Uhlstädt treffen, sind heute mit hier her gekommen. Damit ich es nicht vergesse, möchte ich diesen Kindern und Jugendlichen von hier aus ein großes Lob, Dank und Anerkennung für alles aussprechen, was sie in diesem Jahr mit auf die Beine gestellt haben. Sie haben mich und meine Kooperationspartner davon überzeugt, dass eine Jugendgruppe, die einen Raum hat, um dort Ideen zu entwickeln, um sich auszuprobieren, um ihren kreativen und sozialen Kompetenzen Ausdruck zu verleihen, so stark und sicher werden kann, dass es leicht ist, sich gemeinsame für das Gemeinwohl einzusetzen, einen Standpunkt einzunehmen, sich einzumischen und immer auch was Schönes für sich und andere zu machen.

Sehr geehrte Ausschussmitglieder, die Reserven für ein unterstützendes, gelingendes Miteinander, die im ländlichen Raum durch die traditionell gewachsenen Strukturen gegeben sind, sollten deshalb nach meiner Meinung viel stärker genutzt werden. Wir Mobilen Jugendarbeiter vernetzen uns daher immer mehr mit den Vereinen, Bildungsträgern, Organisationen und Initiativen vor Ort, um die jetzt nachwachsende Jugend bei ihrem Einstieg in die Gemeinwesenarbeit zu unterstützen, denn noch ist die Zeit nicht überwunden, in der es mancherorts keine oder nur ein bis drei gleichaltrige Jugendliche gibt, die sich eben nicht in ihrer Freizeit als Gruppe treffen können, weil sie so wenige sind und weil sie 10 km voneinander entfernt wohnen. Die Dynamik, mit der sich eine stabile Gruppe selbst motiviert, ist aber der beste Antrieb, den junge Leute brauchen, damit sie wie im Beispiel Uhlstädt an Projekten teilnehmen, in Gemeinderats- und Kreistagssitzungen gehen, sich an Runden Tischen beteiligen, Gespräche mit älteren Menschen führen, Äpfel auflesen, sich mit Asylbewerbern auf den Markt in Rudolstadt stellen, einen Powerpoint-Vortrag über Crystal-Meth für ihre Klasse in Neusitz erarbeiten, Veranstaltungen in ihrem Jugendclub organisieren, sich für die Erhaltung der Bibliothek in Uhlstädt einsetzen, sich auf die Bühne in Partschefeld stellen, bei der Kirmes das Kinderfest mit gestalten oder mit anderen Gruppen etwas unternehmen, wie zum Beispiel die Fahrt nach Belantis mit der Jugendfeuerwehr Uhlstädt. Und die Aktionen in den Ferien habe ich noch gar nicht mit aufgezählt.

Es gibt wirklich so viele Möglichkeiten für alle, sich im Gemeinwesen einzubringen, dass  ich überzeugt davon bin, dass zukünftig der ländliche Raum immer mehr zum Lebensmittelpunkt der hiesigen Bevölkerung und ein Maß für Lebensqualität wird. Derzeit kann ich das auch an den Zahlen der jüngsten Einwohner aus den stadtnahen Ortsteilen Catharinau und Etzelbach erkennen.

Und wie geschäftig und lebendig wären die Städte Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg ohne die dorthin tagtäglich fahrenden Menschen aus dem ländlichen Raum?

Nun möchte ich aber zum Schluss kommen und nochmal die Gelegenheit, ausnutzen, um Christian Schröter dankend zu verabschieden. Er wird uns nächstes Jahr nicht mehr als Kooperationspartner zur Verfügung stehen, weil er sich wahrscheinlich als Ausländer in Europa neuen Aufgaben stellen möchte.

Ich wünsche ihm und uns, dass er jetzt viele Brücken bauen kann zwischen den Gruppen, die er bei der Mobilen Jugendarbeit gesucht und gefunden hat und den Gruppen, die er zukünftig unterstützt. Wir freuen uns jetzt schon auf den Austausch mit ihm über das w.w.w.. Und weil ich gern auch mal kreativ bin, habe ich die drei w's umgedreht, verstärkt und den Schlusssatz so gefunden. Mit mehr Menschlichkeit, mehr Mitgefühl und mehr Miteinander schaffen wir es, uns überall auf unseren Wegen den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.

Ich wünsche Ihnen allen, auch im Namen meiner Mitarbeiter für ihre verantwortliche Arbeit Alles Gute und viel Erfolg.

Nun sehen wir uns aber den Film an und möglicher Weise ist es Ihnen Wert, im Anschluss noch Fragen an die Kinder und Jugendlichen aus Uhlstädt zu stellen.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit

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